Unser Hof am Niederrhein
Die unendliche Geschichte...
Wer träumt nicht davon, einen alten und urigen niederrheinischen Vierkanthof neues Leben einzuhauchen, für die nächsten Generationen umzubauen und das Landleben zu genießen. Einen Ort zu erschaffen, an dem Tier und Mensch harmonisch miteinander leben können.
Die Geschichte des Umbaus vom alten und maroden Vierkanthof zu einem funktionellen Vierkanthof haben wir für Euch in den nächsten Kapiteln aufgearbeitet und versucht festzuhalten. Dass es viel Arbeit werden würde, war uns von Anfang an bewusst, dass es derart in die Substanz, vom Gebäude und auch an unsere geht, das war am Anfang keinem bewusst.
Lest hier unsere Schritte des Umbaus...
Teil 1: Die Ausgangslage
Im Februar 2010 ergab sich für uns die Chance, einen derartigen Vierkanthof zu erwerben, den Heckmannshof.
Erbaut um 1800 war dieser viele Jahre lang als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt worden und bis zur Einstellung des landwirtschaftlichen Betriebes nur durch Mannes- und Tieres Kraft bewirtschaftet worden. Aufgeteilt in Scheune, Tenne, Wohnhaus und Schweine- und Hühnerstall, ergab sich das typische, niederrheinische Bild eines Vierkanthofes.
Wenn Ihr euch fragt, was das Wort Tenne bedeutet, dann geht es uns wie euch...Auch wir kannten das Wort vorher nicht.
Das Wort Tenne ist ein ursprünglich norddeutsches Wort und bezeichnet den befestigten Fußboden einer Scheune, auf dem in früheren Zeiten das Getreide nach der Ernte mit dem Dreschflegel gedroschen wurde. Hier wurde auch durch Windsichten das Spreu vom Getreide getrennt.
Die Tenne bestand häufig aus gestampften Lehm, so auch hier.
Das würde uns später noch vor so einige Herausforderungen stellen, die uns aber zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt waren...
Undichte Dächer, marode Dachkonstruktionen, geplatzte Grundleitungen, defekte Fenster und einsturzgefährdete Teile des Mauerwerkes galt es auszubessern und zu beseitigen, dazu aber später mehr. Neben fast unendliche wirkenden und im Ursprung belassenen Obstwiesen warteten Schleiereulen und viele andere kleine Nagetiere auf uns.
Auf den folgenden Bildern findet Ihr einen Eindruck der Ausgangslage.
Teil 2: Die Entkernung oder auch "Schutt happens..."
Nach der ersten Bestandsaufnahme war eigentlich relativ schnell klar, dass etwas an der baulichen Substanz passieren musste. Man kennt es aus Erzählungen von Bekannten, welche einen ähnlichen Umbau gestemmt haben – alle gingen am Anfang davon aus, dass es sicherlich mit etwas neuer Elektrik, neuer Fenster und einmal streichen getan wäre. Fängt man dann aber einmal an, an die Substanz zu gehen, fangen die Probleme erst so richtig an.
Der alte Schweinestall sollte der neue Hunderaum werden. Nach dem Abbruch der alten Schweineboxen zeigte sich aber, dass wir ein ganz neues Problem hatten. Neben dem komplett durch Ratten unterhöhltem Boden, waren auch sämtliche Abwasserleitungen, welche vom Haupthaus kommend hier zusammenliefen, geborsten. Also alles raus und neu – leider kam erschwerend hinzu, dass auch die alten Kappendecken in großen Teilen korrosionsgeschädigt waren. Hier mussten wir uns ein neues Tragsystem für das Gebäude an sich entwickeln – der Teufel steckt halt eben im Detail.
In diesem Zeitraum fanden wir auch den späteren Namensgeber. Im Bereich des Daches fanden wir beim Entkernen einen Nistkasten für Schleiereulen, montiert vom NABU. Wir hatten uns schon während der ersten Umbauzeit über komische Geräusche aus dem Dachbereich gewundert, uns aber damit erst einmal abgefunden. Die Überraschung war groß, als wir auf Nachfrage vom NABU erfuhren, dass innerhalb des Gebäudekomplexes ein Nistkasten für Schleiereulen montiert worden war. Nach dem Umsetzen der Box sollten wir uns in den kommenden Jahren immer wieder über zahlreichen Nachwuchs erfreuen können. Diese beeindruckenden Tiere sollten dann den späteren Namen des Hofes prägen.
Im alten Wohnhaus zeigte sich dasselbe Bild, die Mitteltenne wurde komplett entkernt und mit neuen Grundleitungen versehen. Das Dach stellten wir kurzerhand auf ein temporäres Schwerlastgerüst ab, mussten wir ja unten neue Grundleitungen ziehen und Fundamente für neue Wände setzen.
Neben den eigentlich nicht in diesem Umfang eingeplante Erd- und Fundamentarbeiten, ergab sich bei genauerem Blick auch die Substanz der verbauten Holzkonstruktion als nicht mehr standsicher. Hier galt es schadhafte Stellen auszutauschen, Abfangkonstruktionen zu bauen und zumindest alles, was sich halbwegs guter Substanz erfreute, zu verstärken - so viel war das leider nicht.
Dass nach zwei Jahren Bauzeit dann der komplette Gebäudekomplex auf Gerüsten stand und keinerlei Rohbau mehr vorhanden war, hat sich sicherlich keiner von uns so vorgestellt. Am Ende waren es knapp 40 große Container mit Bauschutt, Gerüstmaterial, mit dem man sicherlich einen schönen hohen Turm hätte bauen können, zahllose Tage im Dreck und Matsch und die Erkenntnis, dass auch eine Reise von tausend Meilen nun mal mit dem ersten Schritt anfängt.